„Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“
Römer 10,14

 

Äthiopien – das Land der vielen Kulturen und Sprachen. Das stellt jede Mission vor große Herausforderungen. Im Osten und Westen dominiert der Islam, im Norden beherrscht die orthodoxe Kirche das Leben der Menschen. Dann gibt es Gebiete, wo viele Menschen noch den alten Stammesglauben pflegen und wie in alten Zeiten zu den Geistern beten. Wohin man sich auch wendet, überall stößt man auf fremde Sprachen und völlig unterschiedliche Kulturen.

Die Antwort bestand für uns als Mission in der Aussendung von einheimischen Evangelisten. Nur in der Zusammenarbeit mit einer einheimischen Gemeinde bestand die Möglichkeit, in so viele verschiedene Gebiete Äthiopiens Evangelisten für Gemeindegründungsarbeiten zu senden. Die Evangelisten kommen dabei aus den Volksgruppen, die in den Einsatzorten vorherrschen, sie sind selbst Einheimische. Das erleichtert den Zugang zu den Menschen, keine Hürde in Sprache oder Kultur ist zu überwinden. Gleichzeitig kennen die Evangelisten das einfache Leben auf dem Land und kommen damit zurecht.

Kurzinfos

aktiv seit
1999
ohne Paten

6

Patengeld
70,- € monatlich

Ansprechpartner

Tabea Elling Evangelisten

Als unser Evangelistenprojekt mit einer Handvoll einheimischer Evangelisten anfing, hätte niemand ahnen können, was sich daraus einmal entwickeln sollte. Doch von Anfang an war spürbar, dass diese Methode fruchtbar war. Die ersten Gemeinden entstanden schon bald und waren eine echte Ermutigung für uns. Gleichzeitig war eine sehr positive Reaktion in unserem deutschen Freundeskreis zu sehen. Die Möglichkeit, von Deutschland aus eine Gemeinde weit draußen auf dem Land in Äthiopien zu gründen, sprach viele Geschwister an und wir hatten schnell die ersten Paten zusammen.

Der Start fürs Evangelistenprojekt ging von Ostäthiopien aus, die ersten Gemeindegründungen lagen in der Provinz Hararge. Diese Provinz ist zu weiten Teilen Oromo-Gebiet und stark islamisch geprägt. Es kam immer wieder im Laufe unserer Arbeit zum Aufflackern von Verfolgung. In einigen Bauerndörfern war Mission mit viel Mühe verbunden, doch beharrlicher Dienst brachte fast in allen Einsatzorten gute Frucht. Es folgten neue Einsatzgebiete, denn in Äthiopien war in den Gemeinden das Interesse an unserem Arbeitsprinzip geweckt. Heute arbeiten wir in 16 Einsatzgebieten, die über ganz Äthiopien verteilt liegen. Es handelt sich dabei um Kirchengebiete, die nicht mit den politischen Grenzen übereinstimmen. Sie wurden von der Meserete Kristos Church (MKC) so eingeteilt, um die Gemeinden möglichst gut betreuen zu können.

  • West und Ost Hararge
  • Awash Sheleko
  • Nord und Süd Nazareth
  • Arsi/Bale
  • Wolisso
  • Sebat Bet
  • Jimma
  • Ilubabor
  • Meta Robi
  • Shambu inklusive Agamsa, Amuru und Jarte
  • Bahar Dar

Jedes Gebiet hat ganz unterschiedliche Herausforderungen. Bahar Dar ist zum Beispiel streng orthodox geprägt, hier leben die Amhara. Ganz im Westen Ilubabors finden sich noch Stämme, die dem Animismus anhängen. Im Gebiet Jimma hingegen ist ein sehr aggressiver Islam vertreten; die Provinz hatte schon in der Geschichte das Bestreben, rein islamisch zu werden. Meta Robi hingegen ist zwar orthodox geprägt, jedoch hat diese Religion bei den Menschen nicht so tief im Herzen gewurzelt. Hier ist die größte Herausforderung die unvorstellbar große Armut, die in den Bauerndörfern herrscht.

Bis heute konnten wir in Äthiopien 141 eigenständige Gemeinden gründen, wobei nur diejenigen gezählt sind, die wir direkt gebaut haben. Die Zahl ist jedoch eigentlich größer, denn durch beeindruckendes Wachstum haben sich viele bereits teilen müssen, sodass weitere Gemeinden „so nebenbei“ entstanden. Aber Mission ist kein Programm, in dem Zahlen den Ausschlag geben. Es geht um viel mehr, es geht um Menschen, die das Evangelium hören, und die ein geistliches Zuhause in einer Gemeinde bekommen, die in ihrem Dorf entsteht. Es geht darum, die Chance, die wir selbst als gläubige Christen dadurch bekommen haben, dass uns jemand von Jesus Christus Zeugnis gab, an andere weiterzugeben. Dies ist letztlich das größte Privileg, das wir als Gläubige besitzen.

In Äthiopien wachsen nun Gemeinden oft rasant schnell, je nach Gebiet. Leidtragende waren da die Kinder, die bei all den evangelistischen Aufgaben der Gemeinde schlichtweg übersehen wurden. Wir begannen 2001 daher mit der Ausbildung von Kindermissionaren, um in den Gemeinden eine Sonntagsschule aufzubauen, in der die Kinder wirklich aus der Bibel lernen. Mehr noch, Kindermissionare bieten biblischen Unterricht an, kümmern sich um die Familien der Kinder, begleiten die Kinder im Heranwachsen und führen sie zu Jesus. „Wenn ihr nicht … werdet wie die Kinder“ (Mt. 18,2), das wird auch hier deutlich, denn die Reaktion der Kinder war überwältigend. So viele entschieden sich bewusst für ein Leben mit Jesus und wandten in ihrem kleinen Leben an, was sie aus der Bibel gelernt hatten. Viele brachten ungläubige Freunde mit in die Kinderstunden, und die wiederum brachten ihre Eltern in die Gemeinde. Was aus der Kindermission entstanden ist, das hätten wir nicht erwartet. Heute ist die Sonntagsschule die Säule vieler Gemeinden geworden, und die Kinder daraus sind längst aktive junge Menschen geworden, etliche stehen schon in ihren Gemeinden in einem fruchtbaren Dienst. So gehört bis heute das Projekt „Kindermissionare“ zur Mission und ist ein wichtiger Bestandteil des Evangelistenprojekts geworden.

Äthiopien ist als Land nun nicht so, wie sich viele Europäer Afrika vorstellen. Einmal war Äthiopien immer eine christliche Insel auf dem Kontinent, aber das Land hat auch eine sehr besondere Kultur. Hier finden sich Schlösser und Burgen, früh schon gab es eine (eigene) Schrift, auch die Bibelübersetzungen ist eine der ältesten der Welt und entstand im 4. Jahrhundert. Das lässt fast vergessen, dass es in entlegenen Gebieten Äthiopien dennoch Volksgruppen gibt, die dem typischen Bild eines afrikanischen Stammes eher entsprechen. Ein solches Gebiet liegt im Westen an der Grenze zum Sudan: Gambela. Hier leben verschiedene Volksgruppen, die eine eigene, besondere Kultur und Sprache haben und für jede Mission hochinteressant sind. In den letzten Jahren haben wir uns auf diese Stämme zubewegt und bauen derzeit ein Projekt auf, um unter Komo, Nuer, Agnuak, Opo und Majang zu arbeiten. Zwar wird immer wieder behauptet, dass diese Stämme bereits christianisiert sind – doch muss man als Mission dieses Wort schon ein wenig unter die Lupe nehmen. Zum Beispiel sollen 80% der Majang Christen sein, schon allein diese Zahl wirft Fragen auf. Allerdings leben sie in Vielehe, es gibt blutige Kämpfe unter ihnen und die meisten folgen noch dem Schamanen und praktizieren animistische Bräuche. Hier reicht es nicht aus, den „Christen“ biblische Lehre und Richtlinien zu bringen. Wir glauben, sie brauchen das Evangelium, sie brauchen Jesus Christus, um zu echtem Glaubensleben zu gelangen.

Was macht nun ein Evangelist in seinem Einsatzort, egal, wo sich dieser nun befindet?

  • Er verkündigt das Evangelium und ruft zum Glauben.
  • Er sammelt die Bekehrten in einer Gemeinde.
  • Er sorgt für biblische Lehre, damit die Bekehrten in ihrem Glaubensleben wachsen können.
  • Er sorgt dafür, dass aus ihnen aktive Christen werden, die Verantwortung in ihrer Gemeinde übernehmen können.

Wir bieten an, im Rahmen einer Patenschaft die Unterstützung eines solchen Evangelisten zu übernehmen und mitzuhelfen, dass das Evangelium auch in entlegenen Gebieten Äthiopiens gepredigt wird. Von Europa aus eine Gemeinde auf dem Land in Afrika zu gründen, diese Möglichkeit besteht. Oder man kann einen Kindermissionar(in) unterstützen und das Evangelium zu den Kleinen, Unbeachteten bringen. Eine Patenschaft für einen Evangelisten oder Kindermissionar(in) kostet 70 Euro im Monat und bringt das Heil zu Menschen, die Jesus nicht kennen. Ihr könnt Euch gerne bei uns melden, oder schaut auf der Website, hier werden mehrere Evangelisten vorgestellt und Ihr könnt Euch gerne jemanden aussuchen.

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Diese Evangelisten brauchen Unterstützung

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