„Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“
Matthäus 28,20

 

Mission – das bedeutet, Menschen das Evangelium zu bringen und ihnen damit den Zugang zum Heil zu zeigen. Doch Mission bedeutet auch mehr, wie schon der Befehl Jesu zeigt. Dazu gehört Lehre, damit die Bekehrten wirklich in ein Leben der Nachfolge Jesu gelangen können. Wie sollte das ohne sorgfältige Unterweisung gehen?

Man sieht, die Zielgruppe sind hier die einfachen Christen, die verstreut auf dem Land leben. Um sie zu erreichen, brauchen wir Brückenköpfe zu ihnen und ihren Gemeinden. Das sind zum Beispiel unsere Evangelisten, aber auch Bibellehrer und Älteste aus diesen Gemeinden. Sie müssen gründlich und anhaltend geschult werden, damit sie gute Lehre in ihren Gemeinden weitergeben können. Das sorgt nicht nur für festen Glauben bei den Christen, sondern auch für solides Gemeindewachstum.

Für diesen Aufgabenbereich ist der wichtigste Stützpunkt in Äthiopien unser Bibelzentrum in Dire Dawa, aber weil das längst nicht mehr ausreicht, haben wir weitere Zentren auf dem Land geplant und teilweise bereits aufgebaut.

Kurzinfos

aktiv seit
1995
Standorte
Dire Dawa (seit 2010)
Meta Robi (Fertigstellung in 2023)
Gambela (in Planung)
Zurüst. von
Bibelschüler
Evangelisten
Kindermissionare
Gemeindebibellehrer
Sonntagsschullehrer
usw

Ansprechpartner

Shimeles Retta Missionsleiter

Wie alles begann…

Alles begann damit, dass sich im Laufe unserer Arbeit in Äthiopien ein wachsender Bedarf zeigte, nämlich Lehre. Die meisten unserer Gemeindegründungen sind auf dem Land verteilt, oft in abgelegenen Dörfern und kleinen Städtchen. Nur die wenigsten Christen haben hier Zugang zu guter christlicher Literatur, oft haben sie nicht einmal eine Bibel. Unsere Evangelisten standen daher in einer besonderen Herausforderung. Sie müssen die Neubekehrten, aber auch die langjährigen Gemeindemitglieder schulen, doch fehlt es an Literatur und Knowhow. Gleichzeitig sahen wir einen Anstieg in der Verbreitung von Irrlehren in ganz Äthiopien, die konkret Gemeindeglieder abwarben durch zuckersüße Ideen wie das Wohlstandsevangelium oder auch extrem charismatisches Gedankengut. Das war gefährlich für Gemeinden, die nicht durch gute, biblische Lehre darauf vorbereitet waren. Wir begannen mit Schulungen, die jedoch aufwändig waren, weil geeignete Schulungszentren fehlten oder sehr teuer waren. So entstand die Idee, selbst zu bauen – damals ein sehr gewagter Schritt, den der Herr jedoch mehr als erwartet gesegnet hat.

Der Spatenstich war im Jahr 2008. Die Wahl des Ortes war einfach – die Stadt Dire Dawa war damals das Zentrum unserer evangelistischen Arbeit, daher entstand hier auch unser Bibelzentrum. Der Bau ging nur schrittweise voran, getragen von den Spenden vieler treuer Spender und Gemeinden, doch schließlich stand das neue Schulungszentrum und bot Unterkunft für 100 Personen. Im Haus ist für alles gesorgt: Es gibt einen großen Schulungsraum, mehrere kleine Klassenräume, Schlafräume, einen Essraum, Wohnräume für Gastdozenten, Büros und nicht zuletzt eine große Küche im Untergeschoss.

Wie wird das Gebäude heute genutzt?

Das Ziel für unser Bibelzentrum war von Anfang an die Zurüstung von Evangelisten, Ältesten und Mitarbeitern der Gemeinden. Das geschieht heute auf verschiedenen Wegen. Der erste, recht offensichtliche, besteht in großen Schulungen, die wir hier als Mission für Evangelisten, Kindermissionare und Gemeindebibellehrer durchführen. Jährlich finden mindestens zwei bis drei solcher Kurse statt. Immer wieder kommen dazu Gastdozenten aus Deutschland, die von unseren Geschwistern in Äthiopien sehr geschätzt werden. Das zweite Projekt im Bereich der Schulungen entstand danach, und das sind die Wochenendschulungen für Gemeindemitarbeiter. Diese Kurse gehen über mehrere Monate, wobei die Schüler von Freitag bis Sonntag lernen. Vor allem für Sonntagsschullehrer ist dieses Modell inzwischen sehr beliebt und auch effektiv, denn in diesem Dienst ist in Äthiopien ein besonders hoher Bedarf. Gleichzeitig gibt es kaum Alternativen, sodass auch andere Denominationen bereits anfragen, um an solchen Kursen teilzunehmen. Die Kinderstundenmitarbeiter sind jedoch nur der Anfang, hier sollen in Zukunft auch Gemeindemitarbeiter aus anderen Bereichen geschult werden. Ein weiteres Modell ist die Ausbildung von Evangelisten vom Land, ähnlich wie die Wochenendschulungen organisiert, doch handelt es sich hier um Bibelschulkurse, die über mehrere Jahre gehen und zu einem einfachen Abschluss führen. Diese Schulungen geschehen in Zusammenarbeit mit dem Bibelcollege der Meserete Kristos Church (MKC) in Dire Dawa. Dies College ist nur eine Zweigstelle, daher recht klein und sind in unserem Bibelzentrum untergekommen. Wie man sieht, gibt es kaum Stille in unserem Bibelzentrum. Durchs ganze Jahr hindurch laufen Schulungen, Kurse und weitere kurze Programme. Der Herr hat dies Gebäude mit seinem Segen erfüllt. Damit wurde unser Wunsch wahr – von hier geht gute biblische Lehre hinaus aufs Land und erreicht dort über die Evangelisten und anderen Mitarbeiter die einfachen Gemeindemitglieder. Das sorgt für gesundes, solides Gemeindewachstum, und die Früchte sind inzwischen gut erkennbar. Durch unser Bibelzentrum tragen wir als Mission dazu bei, dass Bibellehre in den Gemeinden der MKC einen hohen Stellenwert hat. Das schützt nicht nur vor dem Abrutschen in falsche Lehren, sondern auch vor emotionalem Glauben, dem letztlich das Fundament fehlt, das nur Gottes Wort bieten kann.

Kleinere Bibelzentren auf dem Land

Das Wachstum unserer Mission führte zu einer Ausdehnung unseres Einsatzgebiets von Ostäthiopien bis an die westliche Grenze zum Sudan. Es wurde immer schwieriger, Gruppen ins Bibelzentrum nach Dire Dawa zu bringen, gleichzeitig stiegen die Transportkosten. Hinzu kam, dass durch die politischen Unruhen der letzten Jahre Reisen nicht mehr sicher war. Ein weiterer Faktor kam hinzu. Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit verschiedenen ethnischen Gruppen und auch Sprachen. Kurse mussten danach ausgerichtet werden, nicht jeder versteht die Amtssprache Amharisch. So entstand die Idee, in anderen Gebieten kleinere Bibelzentren zu bauen und für die  Schüler dort aus der direkten Umgebung zu nutzen. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Bibelcollege der MKC. Das erste ist zwar noch nicht ganz fertig, doch bereits im Einsatz: das kleine Bibelcollege in Meta Robi. Die Bauarbeiten wurden durch ethnische Unruhen immer wieder aufgehalten. Ein weiteres Zentrum soll in Ilubabor entstehen, in der Stadt Gambela. Ein Grundstück mit einigen Gebäuden konnten wir günstig erwerben. Diese kleine Bibelschule soll eine besondere Funktion bekommen. In Gambela sind einige Volksstämme angesiedelt, die oft noch als rückständig und unzivilisiert bezeichnet werden. Wir haben ersten Missionsprojekte in mehreren dieser Stämme (Nuer, Opo, Majang, Komo). Hier ist es wichtig, Evangelisten und auch aktive Christen aus diesen Stämmen in ihrem Umfeld zu schulen. Nicht nur die Sprache ist hier ein Problem, auch die Kultur und die Vorbildung – man kann sie nicht mit anderen Volksgruppen mischen. Wir freuen uns daher sehr, dass dies kleine Bibelzentrum bereits jetzt entsteht. Gerade hier unter den Stämmen in Gambela ist biblische Lehre ausschlaggebend für die Entwicklung der Missionsarbeit und das gesunde Gemeindewachstum.

Wir freuen uns über jede Unterstützung im Gebet, durchs Bekanntmachen und in finanzieller Hinsicht.

Unser Spendenkonto* bei der Raiffeisen-Volksbank Fresena eG hat folgende IBAN:

DE32 2836 1592 2401 8848 00


Für eine gezielte Unterstützung dieses Tätigkeitsfeldes einfach bei der Überweisung einer Spende „Schulungen“ als Verwendungszweck angeben.

Möge der HERR die Gabe und den Geber segnen!

*Die Evangeliums-Mission Äthiopien ist spendenberechtigt und kann Spendenbescheinigungen erstellen. Bitte dazu die Anschrift mitteilen.